Ihr habt noch nie von PEBA gehört?! Kein Wunder, es ist noch relativ neu am Markt und bei kg Preisen von 60 bis über 100€ kein Material für jeden Druck und jedes Projekt. PEBA steht für Polyether Block Amide und soll leichter, elastischer und widerstandsfähiger sein, als TPU. Der Altbekannte, wenn es darum geht „Gummi“ oder flexible Teile mit dem 3D Drucker zu verarbeiten. Das Beste: die Druckgeschwindigkeit soll doppelt so hoch sein. Wenn man bei TPU (Thermoplastisches Polyurethan) noch Stunden auf sein fertiges Teil gewartet hat, sollte sich die Wartezeit deutlich verkürzen.
SainSmart war so freundlich uns für den Artikel vier Rollen PEBA zur Verfügung zu stellen – vielen Dank dafür. Erfreulicherweise auch für die interessierten 3D Drucker unter euch, SainSmart´s Preisgestaltung, die sich eher im unteren Feld ansiedelt. 1 kg PEBA, egal ob weiß, schwarz, orange, rot oder blau ist für 55€ erhältlich. TPU geht allerdings oftmals für die Hälfte über den Ladentresen.
Was also bringt PEBA, im Vergleich zu TPU – für unseren Artikel OVERTURE TPU 95A. Wir haben es getestet.
Unboxing
Auspacken heute mal andersherum. Denn nachdem die Tüte erstmal aufgerissen ist, geht es direkt wieder zurück in die Box. PEBA ist stark hygroskopisch und saugt die Feuchtigkeit der Luft regelrecht auf. Damit dieser Effekt nicht all zu stark zum Tragen kommt, geht es direkt in die Müslibox. User Dynarun auf Makerworld hat eine entsprechende Plattform entwickelt, die drucken direkt aus der Aufbewahrungsbox erlaubt. Als Deckel habe ich dieses Modell gedruckt.



Dabei ist aufgefallen, dass die Rollen nicht 100% gleichmäßig sind. Orange und Blau passen perfekt in die Box und lassen sich sehr leicht abrollen. Das Rot bzw. dessen Spule ist an machen Stellen breiter, sodass die Rolle nicht auf die Kugellager passt und manchmal auch in der Box selbst klemmt.
Vorbereitung
Als Vorbereitung gilt erstmal das Trocknen des Filaments, denn auch die Müslibox hilft nur begrenzt. SainSmart gibt 15 Stunden bei 65°C und 8 Stunden bei 80°C an. In hwp Manier haben wir das natürlich direkt ignoriert und einfach aus der Tüte gedruckt um zu schauen, wie sich die Ergebnisse verhalten. Nichts desto trotz, solltet ihr sowohl TPU, als auch PEBA immer trocknen, dies gilt hier noch viel mehr, als bei PLA oder PETG.
Da das Material noch relativ neu ist, gibt es auch kaum Printprofile in den Slicern für PEBA. Zum Glück hat SainSmart vorgesorgt und bietet auf der entsprechenden Resource Page ein Druckprofil für das Bambu Studio an. Dies ist allerdings auf Bambu Labs A1 und P1S begrenzt. Wir haben uns also daraus erst eine Version für den H2D gebaut und dann später nochmal ein eigenes Druckprofil mit allen Werten direkt aus dem SainSmart Profil abgeleitet. Denn, wie auch TPU, kann PEBA nicht im AMS gedruckt werden. Somit wollten wir die Einschränkung umgehen.

Bei einlegen ins AMS bleibt SainSmarts PEBA aber immer am Ausgang hängen und verklemmt sich, es ist einfach doch zu weich. Das SainSmart Profil verhindert allerdings auch den Druck mit der linken Düse am H2D, welche auch nicht für weiche Materialien „geeignet“ ist. Tatsächlich aber lässt es sich wunderbar als externe Rolle auch an der linken Düse drucken. Auch die Zufuhr über den Filament Buffer ist kein Problem. Somit konnten wir auch zweifarbige PEBA Drucke mit den beiden Düsen durchführen. Das eigens dafür modifizierte Profil hebelt die Einschränkung, nur die rechte Düse zu nutzen, auf. Es verändert aber die von SainSmart herausgearbeiteten Werte nicht. Damit das Filament auch am Drucker selbst auszuwählen ist, muss die komplette Filament Kalibrierung im Bambu Studio durchlaufen werden. Flussdynamik und Flussrate – die Tests sind durch den Slicer geführt und nach dem erfolgreichen Abschluss taucht der dort vergebene Name auch im Drucker Display auf – jetzt kann das Filament geladen werden.


So viel zur Vorbereitung, SainSmart hat nochmal einige Tipps auf der entsprechenden Resourcen Seite zusammengeschrieben, inklusive einiger Testdrucke – wir haben unsere Testdrucke von makerworld und verlinken auf die entsprechenden Modelle.


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