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[DIY] Smart Mirror

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Wir haben ein weiteres Raspberry Pi Project gestartet. Diesmal fürs Badezimmer, denn wir bauen einen Smart Mirror. Wem dieser Begriff jetzt fremd ist, hier eine kurze Erklärung, wobei das Bild vermutlich schon alles erzählt. Ein smarter Spiegel ist äußerlich ein ganz normaler Spiegel, doch im inneren befindet sich ein Rechner und ein Bildschirm, dessen weiße Schrift durch einen zweiwege Glas hindurch scheint und somit quasi im Spiegel schwebt.

Hier werden Informationen, wie das Wetter, Nachrichten, Termine und noch viel mehr angezeigt. Alles was ihr dafür braucht, sowohl Hardware, wie auch Software erfahrt ihr in diesem Artikel.

Vor allem aber haben wir endlichen einen Online Shop für den Spionspiegel aka Polizeispiegel gefunden, denn das war eigentlich die größte Hürde. Glas-Star war so freundlich uns bei diesem Projekt zu unterstützen und uns einen solchen Spiegel herzustellen – vielen Dank dafür. Wir testen allerdings auch klassische „Sonnenschutz“ Folie bzw. Spiegelfolie von eBay.

Hardware

Oben rechts habt ihr schon gesehen, wie es nachher aussehen soll, im folgenden zeigen wir euch die Hardware, die es dafür benötigt. Als Rahmen für den Spiegel sind euch natürlich keine Grenzen gesetzt, u.U. müsst ihr dann aber eine kleine Unterkonstruktion aus Holz bauen um die ganze Hardware bzw. die einzelnen Komponenten unterzubringen und zu befestigen. Wir haben hier einen eher unauffälligen und schlichten Weg eingeschlagen. Ein einfacher weißer Rahmen dient bei uns als Behausung. Diesen bekommt ihr bei Ikea in verschiedensten Größen als Bilderrahmen „RIBBA“, welcher durch seine Tiefe genug Platz für alle Teile bietet – je nach Größe variiert der Preis natürlich etwas (auch erhältlich in schwarz).

Raspberry Pi 3 36€
16GB SD Karte 9€
Netzteil 8€
Ikea Bilderrahmen 15€
Spionspiegel ca. 100€
HDMI Kabel 5€
Bildschirm Iiyama PROLITE E2481HS-B1 180€
Insgesamt 353€
Optional
Bewegungssensor HC-SR501 PIR 3€

 

Der oben aufgeführte Bildschirm wird wohl bei vielen Smart Mirror Projekten genutzt und wird hier an dieser Stelle mal vorsichtig empfohlen. Wir selber sparen uns die 180€ für einen neuen Monitor und nutzten einen Alten, der hier noch rumlag. In unserem Fall einen Fujitsu Siemens L22W-3, den wir komplett zerlegt haben um ihn möglichst schmal zu halten. Der Bewegungssensor ist optional, sollte man allerdings schon verbauen – 3€ sind vermutlich auch noch im Budget und so kann der Bildschirm ausgeschaltet werden, wenn eh keiner auf den Spiegel schaut. Somit wird der Verbrauch deutlich gesenkt.

Der essenzielle Spionsspiegel wird extra für uns von Glas-Star angefertigt und soll genau für solche Anwendungen genutzt werden. Eure lokale Glaserei kann euch einen solchen Spiegel evtl. auch herstellen, der Transmissionswert sollte dann bei ca. 10% liegen, Glas Star gibt ihren Pilkington Mirropane Chrome Spy Spiegel mit 8% an. Wir selber haben keine so guten Erfahrungen mit den Glasereien in der Nähe gemacht, da sie entweder überhaupt gar keinen Spionspiegel im Programm haben oder die Transmissionswerte nicht passten. Wir waren auch zum Test vor Ort, das Ergebnis konnte uns aber nicht überzeugen – evtl. habt ihr bei euch mehr Glück. Ansonsten einfach bei Glas-Star anfragen, was so ziemlich der einzige Online Shop für solch ein Glas ist. Falls ihr auf den Shop myspiegel.de getroffen seit, so muss ich euch leider enttäuschen, denn deren Mitarbeiter haben mir direkt mitgeteilt, dass deren Tönung zu stark ist und die Spiegel somit nicht für Smart Mirror Projekte geeignet sind.

Wir werden aber auch Spiegelfolie testen, evtl. ist das ja auch eine Alternative. Hier erstmal die Bilder der ganzen Komponenten, den Bildschirm haben wir schon zerlegt und das Display haben wir am Rand mit schwarzem Isolierband abgeklebt, sodass das Silber nicht reflektiert. Damit wir alles flach nebeneinander legen konnten mussten wir bei unserem Modell die Kabel vom Netzteil etwas verlängern, aber das müsst ihr dann natürlich etwas an euer Projekt anpassen.

 

Inhaltsverzeichnis:

  1. Hardware
  2. Software
  3. Zusammenbau
  4. Bewegungsmelder

 

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Kommentare (8)

  1. Hallo Dennis,
    zunächst einmal ein großes Lob an diese Anleitung, sie hat mich dazu angeregt, ebenfalls einen Smart Mirror zu bauen. Ich habe aber noch eine Frage zur Stromversorgung, worauf du bei deiner Beschreibung nicht näher eingegangen bist: Auf den Fotos erkenne ich, dass der Kaltgerätestecker auf eine Platine führt, das wird wohl für den Bildschirm sein. Aber woher bekommt der Pi seinen Strom? Man kann es auf dem Foto nicht richtig erkennen. Ich möchte auch eine Lösung mit nur einem Kabel, um Platz zu sparen.
    Danke schonmal und viele Grüße
    Florian

    • Dennis Heinze

      Moin Florian,

      danke für die Blumen. Also eigentlich kannst du ein ganz normales 5V 2A Netzteil für das Raspberry Pi verwenden (der Bildschirm hat natürlich sein eigenes Netzteil). Das wäre die „sicherste“ Variante. Wenn man natürlich eine „Ein Kabel“ Lösung haben möchte, muss man etwas basteln und löten. Da das nicht für jedermann zu empfehlen ist, habe ich es im Artikel weggelassen. Die Platine, die du siehst war Teil des Monitors, mein Verwendeter hatte ein internes Netzteil, ich habe ihn komplett zerlegt und das Innenleben mit allen Platinen im Bilderrahmen ausgelegt. Im Anschluss habe ich das Kaltgerätekabel zerschnitten, ein 5V Netzteil demontiert und jeweils die Stromeingänge miteinander verbunden. Das Kaltgerätekabel wurde so zu einem Y-Kabel. Ein Ende geht zur Steckdose, ein Anderes hat den normalen Kaltgeräteanschluss und das letzte Ende geht ins 5V Netzteil für das Pi. Da es sich dort um Wechselspannung handelt ist die Polung auch egal. Beim Öffnen von Netzteilen sollte man sich der Risiken allerdings Bewusst sein – also eher auf eigene Gefahr.

  2. Juergli

    Hallo Dennis,
    Deine Anleitung gefällt mir sehr gut. Das Script möchte ich gerne verwenden – dazu möchte ich den soeben per Post angekommene PIR-Sensor HC-SR501 anschliessen. Da ich noch nie etwas Elektronisches an meinen Raspi3 Model B angeschlossen habe, möchte ich Dich fragen, ob Du mir ev. ein kleines Bild/Skizze zeigen könntest, wo und wie ich die Kabel genau anbringen muss. Die Dupont-Kabel habe ich auch parat.
    Das wäre obersupercool!
    Danke Dir und viele Grüsse
    Juergli

    • Dennis Heinze

      Moin moin,

      also du schließt es folgendermaßen an:

      5V -> Pi GPIO Pin 2
      OUT -> Pi GPIO Pin 16
      GND -> Pi GPIO Pin 6

      Welche Pins das sind kann man sehr gut hier schauen:
      https://de.pinout.xyz/

      Bzw. am PIR sind sie ja beschriftet, musst mal direkt auf die Platine schauen.

      Hoffe das Hilft dir, ich kann gerade kein Foto davon machen…

      Grüße

      • Juergli

        Hallo Dennis
        Super! Deine Tipps haben mir sehr geholfen, vielen herzlichen Dank! Somit habe ich den PIR prima mit Deinem Skript (Variante 2) ansteuern können – und es funktioniert super. Mit dem Befehl „sudo systemctl status pir.service“ kann ich mir sogar die History anzeigen lassen.
        Grüsse aus der Schweiz
        Juergli

  3. Jörg Westarp

    Hallo Dennis,
    danke für die Anleitung. Ich habe da noch eine Frage:
    wie beende ich mirr.os um den Bewegungsmelder zu installieren?
    Gruß Jörg

    • Dennis Heinze

      Du brauchst es nicht beenden. Was du machen musst, ist dich mit einem zweiten PC, Laptop oder Smartphone per Terminal mit dem Spiegel zu verbinden – Erklärt im oberen Abschnitt des Bewegungsmelders. Das Tool „Putty“ ist dafür die gängigste Lösung und lässt sich kostenlos downloaden.

      Grüße

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