Plotten
Im Gegensatz zur Bambu Studio Software für das Vorbereiten der 3D Drucke, wird fürs Lasern und auch fürs Plotten, also alle 2D Arbeiten, die Software Bambu Suite genutzt.
Wir haben die KI einen Sticker für unsere Pinwand designen lassen. Ganz im hardwarepoint Stil natürlich mit vielen kleinen Ärmchen, die Leiterbahnen eines PCBs darstellen sollen. Nachdem wir der Software mitgeteilt haben, dass wir das Objekt nicht auslasern, sondern schneiden lassen wollen, wählen wir nur noch das Material aus. Einstellwerte haben wir alle auf standard gelassen. Anpressdruck und Geschwindigkeit lassen sich bei der Verwendung verschiedenster Folien noch erhöhen. Die matte Vinylfolie wählt man rechts unter Materialcharge, Material. Dort kann man oben mittels Suchmaske oder per scrollen nach den entsprechenden Materialien suchen.



Mit einem Klick auf „Vorbereiten“ geht es schon fast los.
In der neuen Ansicht könnte die Birdseye Kamera jetzt einem die Ausrichtung Design zu Vinylfolie erleichtern, gerade wenn man bereits mit einem Reststück arbeitet und das Material bestmöglich ausnutzen möchte. Der H2D in der normalen Variante hat aber keine solche Kamera verbaut. Lediglich die Laser-Varianten kommen ab Werk mit dieser Kamera. Im Shop ist sie für 53€ erhältlich, sie lässt sich aber auch nur mit dem Lasermodul in Kombination kalibrieren. Manche Nutzer haben wohl auch ohne Kalibrierung erfolgreich einen Abgleich machen können und auch dort geschnitten wo geschnitten werden sollte aber das können wir aktuell nicht prüfen. Ich vermute, dass die Software mittels Laser verschiedene Punkte auf ein Testholz oder eine Pappe graviert und man mittels der Software diese Punkte mit optischen Referenzmarkern übereinstimmt. Somit kann die Bambu Suite später sicherstellen, dass eure kamerabasierte Ausrichtung des Designs im Bauraum auch wirklich genau so umgesetzt wird.



Nichts desto trotz ist eine Ausrichtung durch die vielen Referenzmarker möglich und wie ihr in den nachfolgenden Bildern seht, habe ich auch perfekt die Ecke getroffen. Wenn man jetzt natürlich inmitten verschiedener, bereits ausgeschnittener Folien etwas treffen will – schauen wir mal, es bedarf definitiv etwas mehr Messarbeit. Irgendwann soll die Birdseye Kamera auch ohne Laser kalibrierbar sein, aber dies wird erst per Firmware Update nachgereicht – Termin unbekannt.
Durch „Herstellen“ wird unser Testprojekt zum H2D gesendet. Für einen erweiterten Schutz, immerhin bewegt sich der H2 nicht besonders langsam und hat jetzt ein Messer in seinen Händen, muss für eine Sekunde der Startknopf gehalten werden – erst jetzt startet das Plotten. Während der Arbeit wird eine Liveview auf dem Display eingespielt.



Keine zwei Minuten später und der wilde Messertanz war bereits beendet. Das Klebedruckbett, welches das Vinyl während des Plottens in Position hält, hat zwei Seiten, je nach Haftstärke. Die Bambu Suite empfiehlt aber im Vorbereitungsfenster die entsprechende Seite – bei unserem Beispiel die Light Grip Seite. Laut Handybenachrichtigung und Pop Up in der Bambu Suite war die Herstellung erfolgreich.




Teils sieht man hier und da noch etwas Nachholbedarf bei der Übersetzung bzw. der Orientierung. Es handelt sich aber eher nur um optische Kleinigkeiten. Text außerhalb von Fenstern, „Druck erfolgreich“ anstatt vom Schneiden oder Plotten zu reden.
Nächster Schritt – entgittern.
Nachdem wir bereits zuvor den Griff für das Entgitterwerkzeug gedruckt haben, entfernen wir damit jetzt die überschüssige Vinylfolie. Im Idealfall waren die Einstellungen z.B. der Druck des Messers seitens Bambu Lab so gewählt, dass das Obermaterial zu 100% durchschnitten, die Trägerfolie aber nur maximal angekratzt ist. Nur so lassen sich die Einzelteile gut entfernen.




Nächster Schritt – Transferfolie.
Mittels der klaren Transferfolie wird unser Aufkleber von der Trägerfolie entfernt und kann an unserem Ziel angebracht werden. Gerade die kleinen Leiterbahnen haben hier noch echt gut auf der Trägerfolie geklebt, aber starkes andrücken und ein sehr flaches Abziehen der weißen Trägerfolie hat letztendlich zum Erfolg geführt.




Das Gitternetz auf der Transferfolie hilft beim Ausrichten und jetzt heißt es nur noch anbringen und festdrücken. Trägerfolie wieder ab und fertig.


Für einen ersten Versuch im Bereich Plottern perfekt. Selbst die kleinen, filigranen Leiterbahnen wurden sauber ausgeschnitten und haben sich beim Entgittern nicht abgelöst. Für einen kompletten Neuling ist alles in allem in weniger als 20 Minuten von Design Erstellung, Vorbereitung, Herstellung, Entgittern und dem Folientransfer möglich. Klasse Leistung für einen 3D Drucker.
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