[Review] BIQU Panda Sense Pro Luftqualitätsmonitor

Fazit

Mit dem Panda Sense Pro hat BIQU einen interessanten Luftqualitätsmonitor im Programm, der deutlich mehr kann, als nur Temperatur und Luftfeuchtigkeit anzuzeigen. Neben PM2.5, PM10, CO₂, Formaldehyd und eTVOC liefert das Gerät auch einen Luftqualitätsindex und kann die erfassten Werte über MQTT an Home Assistant oder alternativ an einen Klipper-Drucker mit Moonraker weiterreichen.

Gerade die Home-Assistant-Integration macht den Panda Sense Pro für uns besonders interessant. Statt die Werte nur auf dem 3,5-Zoll-Display abzulesen, lassen sich damit Automationen aufbauen. Steigt beispielsweise die Partikelbelastung oder ein anderer Messwert über einen definierten Grenzwert, kann Home Assistant reagieren, einen Luftreiniger einschalten oder eine Benachrichtigung aufs Smartphone schicken. Nach mehreren Wochen Betrieb lief die MQTT-Anbindung bei uns zuverlässig und ohne erkennbare Verbindungsabbrüche.

Auch das Konzept als DIY-Bausatz gefällt uns. Das Gehäuse muss zwar zunächst selbst gedruckt werden, dafür stellt BIQU neben STL- auch STEP-Dateien bereit. Eigene Gehäusedesigns sind damit problemlos möglich. Unser eigenes, für den 3D-Druck optimiertes Honeycomb-Gehäuse zeigt, dass sich hier mit vergleichsweise wenig Aufwand individuelle Lösungen umsetzen lassen.

Beim eigentlichen Zusammenbau hält sich der Aufwand ebenfalls in Grenzen. Nach dem Druck der fünf Gehäuseteile sind lediglich einige Schrauben zu montieren. Lediglich das Einsetzen und Verriegeln des Flachbandkabels am Display ist etwas fummelig. Danach ist das Gerät praktisch sofort einsatzbereit.

Nicht ganz überzeugen konnte uns dagegen das Webinterface. Es funktioniert grundsätzlich, wirkt aber noch nicht vollständig ausgereift. Die Darstellung ist stark auf Smartphones ausgelegt, nutzt größere Bildschirme kaum aus und bietet keine grafische Darstellung der Messwerte. Wer die Daten wirklich detailliert auswerten möchte, sollte daher ohnehin Home Assistant verwenden. Auch die teilweise inkonsistente Farbdarstellung einzelner Messwerte sowie die aktuell noch fehlende Smartphone-App zeigen, dass BIQU bei der Software noch Verbesserungspotenzial hat.

Bei den Sensorwerten gilt zudem: Wir können mit unserem Equipment nicht die Genauigkeit aller Sensoren unabhängig überprüfen. Insbesondere eTVOC, Formaldehyd und die Partikelsensoren können durch unterschiedliche Umgebungsbedingungen beeinflusst werden. Unsere Temperatur- und Feuchtigkeitswerte deckten sich jedoch mit anderen bereits vorhandenen Sensoren. Die Messwerte sollten daher eher zur Überwachung von Veränderungen und als Grundlage für Automationen betrachtet werden und nicht als professionelle Laboranalyse der Raumluft.

Für knapp 80 Euro bekommt man damit ein vielseitiges Komplettpaket, das sich dank ESP32, Display, zahlreicher Sensoren, WLAN, MQTT und Home-Assistant-Anbindung weit über einen einfachen Raumluftmesser hinaus bewegt. Besonders für Maker, 3D-Drucker-Nutzer und Smart-Home-Enthusiasten ist das Konzept interessant, da sich die gesammelten Daten direkt in bestehende Systeme integrieren lassen. Außerdem wird ein Bewusstsein für die Umgebungsluft gebildet, die vielleicht nicht nur durch den 3D Drucker beeinflusst wird.

Der Panda Sense Pro ist damit weniger ein fertiges Consumer-Gerät und vielmehr ein gut durchdachter DIY-Sensor mit Display und umfangreicher Smart-Home-Anbindung. Wer bereit ist, das Gehäuse selbst zu drucken und kleinere Software-Ecken zu akzeptieren, erhält einen flexiblen Luftqualitätsmonitor, der sich sehr gut in ein bestehendes Home-Assistant-System integrieren lässt. Für uns ist insbesondere die Kombination aus lokalem Display, MQTT und der Möglichkeit eigener Gehäusedesigns ein überzeugendes Gesamtpaket, welches in dieser Preisklasse quasi keine Konkurrenz erfährt.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Unboxing / Lieferumfang / technische Daten / Stromverbrauch
  2. Aufbau
  3. Einrichtung
  4. Features / Home Assistant
  5. Fazit