[Review] AOC Q27G4SRU 27″ 320Hz Gaming Monitor

Im Betrieb

Über die reinen Messwerte haben wir ausführlich berichtet, aber was bewirken die 320 Hz, schließlich handelt es sich um ein Fast IPS Display. Es sollen also geringe Reaktionszeiten mit den Vorteilen eines IPS Displays, hohe Farbtreue (haben wir bereits bestätigt) und gute Blickwinkelstabilität vereinen. Tatsächlich ist diese mit 178/178° angegeben und somit identisch zu unserem zuvor getesteten und mit VA Panel ausgestattetem CU34G2XP/BK. Durch die andere Anti Glare Beschichtung und das IPS Panel wirkt das Bild aber auch bei hohen Blickwinkeln sehr nah am original. Für die Reaktionszeitmessung haben wir leider immer noch kein geeignetes Testgerät, aber vielleicht sollten wir uns einfach mal ein open source LDAT bauen. Demnach kann die 1 ms grau zu grau sowie 0,3 ms Reaktionszeit in Bewegung von uns nicht verifiziert oder eingeordnet werden. Wobei man mit dem LDAT eh nur die gesamte Kette, Input zu Darstellung auf dem Monitor messen kann und nicht die reine Reaktionszeit des Monitors.

Wir starten mit dem klassischen Ufo Test und wollen die Vorteil von 320Hz bildlich darstellen. Denn je höher die Bildwiederholfrequenz bei natürlich mindestens genau so hoher Bildrate der Grafikkarte lassen sich Veränderungen genauer darstellen. Der Ufo Test lässt Ufos mit verschiedenen Frameraten in einer Linie fliegen, je höher die Hz-Zahl sowie ebenso die FPS, je näher ist das vorherige Ufo dem nächsten Ufo, da der Monitor deutlich öfter ein neues Bild bekommt und auch darstellen kann. In Bewegung, also vielen Einzelbildern wird es umso flüssiger, je mehr Informationen dargestellt werden. 320 Hz bei nur 40 FPS sieht man wie weit die Ufos auseinander dargestellt werden, wohingegen sie bei 320 FPS fast aufeinander liegen.

Als Vergleich nochmal in 240 Hz mit 240 FPS in der 1. Reihe, 120 FPS und in der letzten Reihe 60 FPS.

Sowie in 144 Hz mit 144 FPS in der 1. Reihe, 72 FPS und in der letzten Reihe 36 FPS.

Gerade in den Detailaufnahmen ist gut zu erkennen, wie sich das vorhergehende Ufo immer weiter vom eigentlich dargestellten Ufo entfernt. Damit sich diese super weiche und genaue Darstellung einer Bewegung aber auch in Games zeigen lässt, müssen mindestens auch 320 Bilder pro Sekunde generiert und von der Grafikkarte an den Monitor geschickt werden.

Unser Testsystem bestehend aus AMD Ryzen 7800 X3D und AMD Radeon 6900XT schafft dies auf jeden Fall in e Sport Titeln wie Counter Strike 2 oder Rocket League, aber in AAA Spielen wie z.B. in BF 6 ist dies in hohen Detaileinstellungen nicht möglich. Tatsächlich reichte es in CS 2 mit etwas reduziertem AA, sonst maximale Einstellungen für 350 FPS im Durchschnitt und 1% Tiefs von 191 FPS. Bei Rocket League ist dies schon etwas entspannter mit 634 FPS Durchschnitt und 1% Tiefs von 450 FPS. Ich persönlich bin jetzt kein e Sportler, sodass ich leider sagen muss, in der Realität merke ich keinen Unterschied zwischen 144 Hz und 320 Hz.

Klar im direkten Vergleich, gleiche Szene, schnelle Bewegungen in der Spielwelt und immer wieder der Wechsel zwischen 144 Hz und 320 Hz merkt man schon eine etwas weichere Bewegung. Im normalen Spielgeschehen geht dies allerdings sofort unter, man muss schon extremst drauf achten und hat im Alltag auch keinen Vergleich. Oder man ist mit ü30 einfach zu alt für den richtigen e Sport. Wenn das letzte Quäntchen Reaktionszeit zählt, bringen die erhöhte Bildwiederholfrequenz definitiv Vorteile, als Spieler muss man diese aber auch umsetzen können. In der Theorie sieht man so einen Gegner minimal früher um die Ecke springen, als jemand der mit einer niedrigeren Hz Zahl unterwegs ist.

Generell ist durch die hohe Rate an neuen Bildern die gesamte Spielwelt sehr genau dargestellt, Unschärfe durch noch „alte“ Bilder oder das Verzerren werden unterbunden. Die rechnerische Erneuerung des Bildes auf dem Monitor liegt bei einem 60 Hz Display bei 16,7 ms, bei 144 Hz sind dies nur noch 7 ms, bei 320 Hz sind es noch 3,1 ms und bei 360 Hz sogar nur noch 2,8 ms. Wenn man jetzt die Kette an Reaktionszeitverändernden Geräten, Maus Input Lag, Verarbeitung und Darstellung mal außenvor lässt, so ist das maximal was man bei 320 Hz erreichen könnte, alle 3,1 ms ein neues Bild auf dem Monitor. Bei 144 Hz ist die Wartezeit mehr als doppelt so hoch. Zwischen 60 Hz und 144 Hz liegen bereits Welten, für den Menschen im Allgemeinen wird die spürbare Verbesserung mit steigender Hz Zahl aber immer geringer. Deshalb sind 320 Hz für die meisten Einsatzbereiche völliger overkill und auch nicht mit Bildern in der Hinterhand zu füttern. Nichts desto trotz eine schöne Demonstration des Möglichen. Durch Adaptiv Sync bzw. die G-Sync Kompatibilität werden egal für welche Zielherzzahl ihr euch letztendlich entscheidet, die Ausgaben Grafikkarte und Monitor synchron gehalten. Tearing bzw. Bildversatz wird effektiv verhindert. G-Sync kompatibel bedeutet dabei, dass kein G-Sync Modul im Monitor verbaut ist und nur Nvidias Freigabe von Adaptiv Sync bei dem Q27G4SRU greift.

Im Alltag, gerade auch im Hinblick auf die Messergebnisse aus dem vorherigen Kapitel gilt festzuhalten:

Wer den Monitor auspackt, sollte sofort in das Warm-Profil wechseln. Mit einem durchschnittlichen Delta E von 0,78 liefert der AOC hier eine Farbtreue ab, die wir sonst eher bei teureren Displays sehen.

Merkmal: Nahezu perfekte Übereinstimmung von Soll- und Ist-Werten. Selbst der Ausreißer (Max. Delta E 1,46) bleibt weit unter der für das menschliche Auge sichtbaren Grenze. Mit laden des von AOC bereitgestellten Farbprofils lässt sich dies sogar noch weiter auf max. 1,31 sowie 0,33 im Durchschnitt verbessern. Zumindest bei unserem Testmodell, geringfügige Abweichungen sind zu erwarten, da es sich hier nur um eine generelle Profilierung handelt und keine Messung von eurem exakten Monitor-Exemplar.

Auswirkung: Hauttöne wirken natürlich, Weiß ist wirklich Weiß (kein Gelbstich, trotz des Namens „Warm“). Für Bildbearbeitung und authentischen Filmgenuss ist dies das absolute Go-To-Setting des Q27G4SRU.

Das „Kalt“-Profil: Die solide Basis – das Profil Kalt steht dem Warm-Setting in kaum etwas nach (Avg. DeltaE 0,38).

Merkmal: Ein minimal höherer Blauanteil (Farbtemperatur über 10000k) im Vergleich zu „Warm“, was das Bild subjektiv etwas „frischer“ wirken lässt.

Auswirkung: Ein sehr guter Allrounder für Gaming und Office. Dass der maximale Fehlerwert hier bei knapp 2,9 liegt (Probe 1F), ist im Alltag vernachlässigbar, zeigt aber, dass die Profilierung in den gesättigten Cyan-Tönen minimal ungenauer ist als im Warm-Modus.

Optisch passen übrigens beide hier erwähnten Monitor perfekt zueinander. Gleiches Höhenverhältnis bzw. gleiche Auflösung in der Höhe, nur minimal unterschiedlicher Pixelabstand:

Stromverbrauch

Das prominent auf dem Karton des Q27G4SRU abgedruckte Energie-Label zeigt fett den Buchstaben F. Jetzt würde man meinen, gar nicht mal so gut, aber im SDR Modus bei 180 cd/m² genehmigt sich der 27-Zöller, gerade mal 22 Watt. Nicht mehr als ein moderner Router und der läuft bei euch 24/7. Der 34″ CU34G2XP/BK nimmt sich fast die doppelte Leistung aus der Dose und bietet dabei nicht mal annähernd die doppelte Bildschirmfläche. Insgesamt also schon ein sehr annehmbarer Wert vom Q27G4SRU.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Unboxing / Lieferumfang
  2. Aufbau / Anschluss / Ergonomie
  3. OSD / Technische Daten
  4. Bildqualität
  5. Im Betrieb / Stromverbrauch
  6. Fazit