[DIY] TV Upgrade mittels Ambilight Teil 2

 

Teil 2 unseres Ambilight Upgrades beschäftigt sich voll und ganz mit der Einrichtung des Pi´s. Welche Software wird benötigt, wie läuft die Konfiguration ab und was sonst alles noch beachtet werden muss, könnt ihr auf folgenden Seiten erfahren.

Im 1. Teil haben wir euch die komplette Hardware gezeigt und wie alles verbaut und angeschlossen werden muss – falls ihr diesen Teil übersehen haben solltet.

 

Starten wir mit der Grundkonfiguration. Das Raspberry Pi sollte OpenELEC oder LibreELEC als Betriebssystem installiert haben, so könnte ihr das Pi auch noch als Media Center nutzen. Da es hierzu schon etliche How To´s gibt, gehen wir auf die Installation nicht näher ein und setzten das OS an dieser Stelle einfach mal voraus. Falls doch Probleme bei der Installation auftreten sollten, eröffnet einfach einen Thread in unserem Forum.

Jetzt müssen wir noch drei Befehle in der Config.txt des Raspberry Pi´s hinzufügen bzw. ändern. Dazu nehmt ihr einfach die SD Karte aus dem Pi und steckt sie in euren Rechner. Jetzt kann die Config.txt einfach mit einem Texteditor bearbeitet werden.

Fügt jetzt folgende Befehle einfach hinzu:

max_usb_current=1

dtparam=spi=on

hdmi_force_hotplug=1

 

Nach dem Kopieren der Befehle, wird einfach nur gespeichert und die SD Karte wieder in das Pi gesteckt. Kurz zur Erklärung, max_usb_current dient zur Erhöhung der zur Verfügung stehenden Stromstärke auf den USB Ports, da der Grabber doch etwas mehr Strom benötigt, der dtparam Befehl dient zur Aktivierung der GPIO Pins für das Ambilight und hdmi force hotplug lässt das Pi auch dann starten, wenn kein HDMI Ausgang angeschlossen ist (falls ihr das Pi als reines Ambilight-Gerät nutzt).

 

Jetzt sind wir mit dem Raspberry Pi eigentlich schon fertig, die restliche Konfiguration können wir am PC vornehmen. Dazu laden wir uns die aktuelle HyperCon Version herunter, welche automatisch die restliche Software auf dem Pi installieren kann und uns auch die nötigen Konfigurationsfiles erstellt.

Weitere Informationen über HyperCon und auch Hyperion insgesamt, die Software die auf dem Pi die nötigen Berechnungen für die Farben der LEDs durchführt gibt es hier auch noch mal zum Nachlesen.

Um HyperCon auszuführen muss übrigens JAVA auf eurem System installiert sein. Nach dem Start solltet ihr euch vor folgendem Bild wiedersehen:

hypercon_start

 

Nun wechseln wir direkt zum Tab „SSH“:

hypercon_ssh

Im oberen Teil gebt ihr nun die IP des Pi´s und die SSH Anmeldedaten ein. Bei LibreELEC sind dies root und als Passwort „libreelec“. Mit einem Klick auf Connect verbindet sich das Tool nun mit eurem Raspberry. Jetzt einfach nur auf „Inst./Akt. Hyperion“ klicken und schon wird die nötige Software völlig automatisch auf dem Pi installiert. Dabei öffnet sich ein SSH Fenster welches euch den Fortschritt und am Ende auch die erfolgreiche Installation anzeigt. Nicht wundern, falls das Fenster eine ganze Weile weiß bleibt, habt etwas Geduld, unter Umständen dauert es etwas…

hypercon_ssh2

 

Hyperion befindet sich nun auf dem Raspberry Pi und braucht nur noch eine passende Konfigurationsdatei, in wenigen Minuten könnt ihr euer Ambilight genießen.

Wir wechseln jetzt auf den Tab „Allgemein“ und beginnen:

hypercon_led

Zuerst wählen wie den LED Typ, in unserem Fall den WS2801 und im Anschluss könnt ihr die LEDs am TV zählen und eintragen. Falls ihr genau in den Ecken LEDs habt, aktiviert die entsprechenden Kontrollkästchen. Außerdem wird die Laufrichtung festgelegt, diese Bezieht sich auf die Richtung der Pfeile auf dem LED Stripe und wird aus der Sicht AUF den Bildschirm gesehen.

DIY 4k Ambilight Rückseite

Außerdem müsst ihr den Anfang des LED Stripes einstellen oder eine Lücke, falls ihr die LEDs nicht rundherum laufen habt. Die Randerkennung wird hier auch aktiviert, sodass man bei Filmen das Ambilight trotz schwarzen Balken nutzen kann. Beim Schwellenwert haben wir 20 genommen und sehr gute Ergebnisse erzielt.

 

Beim Tab „Verarbeitung“ aktivieren wir nur die Glättung und können später noch eine Farbkalibrierung vornehmen.

hypercon_verarbeitung

 

Jetzt nur noch schnell den Grabber einstellen und es kann mehr oder weniger losgehen:

hypercon_grabber

Der interne Grabber wird deaktiviert und der Externe aktiviert. Übernehmt einfach erstmal alle Einstellungen wie sie oben angegeben sind. Der Schieberegler des HDMI->CVBS Converter sollte hier natürlich auch auf NTSC stehen.

Jetzt wird die fertige Konfiguration mit der Schaltfläche ganz unten generiert und über das Netzwerk auf das Pi direkt in den Ordner „Configfiles“ kopiert.

hyperconfig

 

Startet das Raspberry Pi einmal neu und schon sollte das Ambilight funktionieren.

DIY 4k Ambilight Test Früchte

 

Kommen wir zum Feintuning, denn sowohl die Farben, Helligkeit und auch die Videokonvertierung muss angepasst werden. Wir gehen also in HyperCon wieder auf den Tab „Verarbeitung“ und aktiveren „Fortlaufend Senden“. Jetzt können wir Testbilder auf dem Bildschirm anzeigen lassen und die Farben der LEDs entsprechend dran anpassen.

Hier könnt ihr vier Testbilder downloaden, an die ihr die Farben anpassen könnt. Vor allem die Anpassung an das weiße Testbild ist für das spätere Erlebnis entscheidend. 

 

Aber auch der Grabber muss noch etwas feingetuned werden. Denn verschiedene Konverter, auch vom gleichen Typ und Hersteller, verarbeiten das Bild immer etwas anders. Das Resultiert leider in schwarzen Balken rund um das Bild, die wir ganz einfach wegschneiden lassen können. Dazu haben wir bei HyperCon die „entferne Pixel“ Felder im Tab „Grabber“.

Wir schauen uns also an was der Grabber sieht und passen es entsprechend an. Dazu verbinden wir uns diesmal direkt mit dem Raspberry Pi über Putty. Es werden hier wieder die gleichen Anmeldedaten wie zuvor benötigt und stoppen den Hyperion Dienst mit folgendem Befehl:

killall hyperiond

 

putty_pi_ambi

Jetzt navigieren wir mit

cd /storage/screenshots/

in den Screenshots Ordner:

putty_pi_ambi_sc

 

und führen folgenden Befehl aus

LD_LIBRARY_PATH=/storage/hyperion/bin /storage/hyperion/bin/hyperion-v4l2 /storage/.config/hyperion.config.json --crop-top 0 --crop-left 0 --crop-bottom 0 --crop-right 0 --size-decimator 4 --frame-decimator 2 --video-standard NTSC --screenshot

 

putty_pi_ambi_1

 

Über das Netzwerk können wir jetzt den Ordner Screenshots öffnen und sehen das Bild, welches auch der Grabber bekommt. Außen herum sind nun u.U. mehr oder weniger große schwarze Balken – diese wollen wir entfernen. Dazu einfach so lange die Parameter:

–crop-top 0

–crop-left 0

–crop-bottom 0

–crop-right 0

anpassen, bis die Balken komplett verschwunden sind.

 

Bei mir waren es später folgende Werte: –crop-top 4 –crop-left 10 –crop-bottom 4 –crop-right 12. Ich hatte allerdings mehrere, baugleiche Konverter und musste diese Werte jedes Mal etwas verändern. Entweder könnt ihr eure neu erfahrenen Werte jetzt in HyperCon einfügen und wieder die Config-Datei exportieren oder ihr ändert Sie einfach händisch, indem ihr die Config auf dem Pi einfach mit einem Texteditor öffnet und die entsprechenden Werte einfach eintragt. Ihr findet sie unter dem gleichen Namen, die Formatierung ist nur etwas anders.

 

FERTIG

Ihr könnt euer neues Ambilight genießen!

 

Auf der nächsten Seite wollen wir euch nur noch kurz unsere Umsetzung zeigen, denn wir haben die ganze Ambilight Hardware nicht einfach einzeln hinterm TV rumliegen, sondern sie stilvoll in die Hifi-Landschaft integriert.