[Review] SainSmart Genmitsu Kintix Hybrid Galvo Laser

Äußeres

Von außen entgegnet uns hauptsächlich grauer Kunststoff, wohingegen einige Rahmenteile aus Metall gefertigt sind, so sind auch im Bereich der Versteifungen ein Großteil lediglich aus Kunststoff. Das gebogene Acrylglas-Schild auf der Vorderseite gibt eine 11 cm Öffnung ins innere Frei, arretiert in höchster Position und fährt sogar gedämpft in den unteren Auflagepunkt, was mit einem Klicken endet. Das Klicken wird vom Endschalter vermeldet und dient der Firmware als Bestätigung, dass der Laser aktiviert werden kann, andersherum stoppt der Laser beim Öffnen des Schildes.

Vier Knöpfe sind die einzige Interaktionsmöglichkeit direkt am Gerät. Die Pfeile verfahren die Z Achse rauf oder runter, der Knopf mit den vier Rechtecken dient als „Mulitfunktionsknopf“ für das Abarbeiten vom auf der SD Karte gespeicherten Projekts.

  1. Druck fährt den Laser in die Endanschläge, nullt das System und zeigt als Vorschau die Abmessungen des gespeicherten Projektes
  2. Nach einem langen Druck startet der Laser das abgespeicherte Projekt
  3. Ein weiterer kurzer Druck pausiert das offline Projekt
  4. Ein langer Tastendruck beendet das laufende offline Projekt
  5. Drücken und länger halten als 10 Sekunden setzt die WLAN Verbindung zurück

Wenn ein Projekt über den PC an den Laser geschickt wird funktioniert die Pause/Fortsetzten Funktion nicht.

Rechts daneben befindet sich der EIN/AUS Schalter, der den Kintix nach nur 15 Sekunden aus dem Kaltstart einsatzbereit macht, nach nur 5 Sekunden, wenn er bereits verbunden war. Lediglich dieser Schalter ist mit einer weißen LED beleuchtet.

Ein warmweißes LED Band auf der Kante Vorderseite zur Oberseite wird als Statusleuchte genutzt. Im Laserbetrieb pulsiert es leicht, bei Fehlern oder beim Hochfahren blinkt es schnell (verschiedene Arten für verschiedene Fehler), wenn die Acrylscheibe offen steht, blinkt das Licht langsam.

Während die Draufsicht bzw. die Seitenteile eher unspektakulär sind, geht es auf der Rückseite mit den Anschlüssen weiter.

Von links nach rechts befindet sich oben angeordnet ein Micro SD Kartenslot, ein USB B Anschluss, ein USB A Anschluss (für die optional erhältliche Drehwalze bzw. Rotary Roller) und die Hohlbuchse für das Netzteil. Ein 40 mm Lüfter sorgt für etwas Luftstrom aus dem Gehäuse heraus. Eine Kabeldurchführung für den rückseitigen USB Anschluss ins Innere, sodass die Drehwalze im geschlossenen Gehäuse genutzt werden kann, konnten wir nicht entdecken.

Vier Daumenschrauben halten den Laser in der Standard Höheneinstellung, wie man aber schon an den vielen Pfeilen und leeren Schraubpositionen sieht, kann man den Kintix Laser auf verschiedenste Stellungen stellen. Im Maximum lässt sich die Lasereinheit um 22 cm nach oben versetzten (in 6 cm Schritten). Somit können auch höhere Objekte mit dem Laser beschriftet werden, dabei entfällt allerdings der Laserschutz, wodurch in jedem Fall geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Durch das relativ geringe Gewicht des unten zurückbleibenden Gestelles und des fehlen einen Griffes auf der Oberseite gestaltet sich die Verstellung etwas fummelig, etwas zu viel Spiel in den vertikalen Metallschienen sorgt für schnelles Verkanten, da diese nicht perfekt parallel laufen. Die Option ist also da, aber sollte nicht der Standard sein, allein schon wegen des fehlenden Laserschutzes. Hohe Objekte können allerdings jetzt auch mit dem Laser bearbeitet werden:

So ausgefahren wird aber die Mechanik für das Acrylschild sichtbar:

Eine Feder auf der Seite sorgt also für die Dämpfung, Rundstabführungen sorgen für eine saubere Bewegung.

Für den Lüfteranschluss lässt sich bei SainSmart mit der Genmitsu MD2 Rauchabsaugung ein passend aufsteckbares Rauchabsaugungs-System erwerben. Ein Schlauch ist beim Kintix selbst nicht mit dabei. Gerade da der Lüfter vormontiert ist, wäre wenigstens der Adapter schön gewesen, sodass Nutzer sich nur einen passenden Schlauch aus dem Fenster z.B. zulegen müssen. Oder eine bestehende Anlage nutzen können. Wir haben bereits eine Absaugung mit 75 mm Schlauch im Einsatz, also kurz Fusion angeworfen und einen passenden Adapter konstruiert, der sich wie von SainSmart vorgesehen eindrehen lässt. Ihr könnt euch die Dateien kostenlos bei makerworld herunterladen. Bei ständiger Nutzung könnte so auch der Lüfter ausgebaut werden.

Die Unterseite sitzt auf Gummifüßen und ein zweiter Boden bestehend aus einem Aluminiumblech gibt den Blick ins Innere frei.

Das Bodenblech liegt dabei nur lose im Rahmen und wird nicht heruntergehalten. Bei unserem Testgerät ist es minimal gebogen, sodass die Mitte aufliegt, die rechte und linke Seite allerdings nicht (ca. 1 mm). Dies führt schon zu evtl. später sichtbaren, kleinen Ungenauigkeiten des Laser-Fokus. Schwerere Objekte, wie unser Schieferuntersetzer, den wir später gravieren, gleichen dies aber sofort aus. Hier wäre eine Stahlplatte und Magneten im Rahmen vielleicht die bessere Alternative.

Warum überhaupt die Möglichkeit den Boden herauszunehmen? Auf den Rücken gelegt, lässt sich so nicht nur super die Linse, sondern auch die Spindeln reinigen bzw. schmieren. Der Kintix kann somit aber auch auf größere Objekte, die sonst nicht in den Bauraum passen würden, heraufgestellt und direkt mit dem Laser bearbeitet werden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Unboxing / Lieferumfang / technische Daten
  2. Äußeres
  3. Inneres / Bewegungssystem
  4. Im Betrieb / Lightburn / Genmitsu App
  5. Vergleich L8 20 W Laser / Fazit