[Review] SainSmart Jinsoku LC-40

Kalibrierung

Dieses Thema ist für viele sicherlich ein gewisses Übel, sorgt aber nachfolgend für bessere Ergebnisse bei jedem Projekt. Eigentlich lässt sich dies nach dem Aufbau einmalig durchführen und man muss den Prozess nicht wiederholen – es sei denn, es wird etwas an der Rahmen- oder Steuer-Hardware geändert.

Zuerst prüfen wir nochmal ob der Rahmen winklig ist – darauf sollte schon beim Zusammenbau geachtet werden.

Da der LC-40 mit GRBL Firmware ausgestattet ist, können auch alle Programme, die normalerweise für die Steuerung der CNC Fräsen zuständig sind, genutzt werden. Darauf zugreifen können wir natürlich auch nur, wenn die GRBL Firmware geladen ist – mit der App Firmware funktioniert der Prozess nicht (im nächsten Kapitel gehen wir genauer auf die Firmware ein).

Schon bekannt aus dem 3020 PRO MAX Artikel , prüfen wir wie genau die Schrittmotoren fahren bzw. korrigieren etwaige Abweichungen. Die Bilderserie stammt aus dem eben erwähnten Artikel und findet auch hier Anwendung. Allerdings können wir nicht mit der Fräserspitze messen und müssen uns einfach einen festen Punkt suchen, von dem wir das Startmaß abnehmen und dann nach dem Verfahren von 100 mm, das Endmaß. In X und Y war die Abweichung ca. 1 mm. Durch den integrierten Assistenten in Openbuilds Control einfach anpassen und auf dem Arduino ablegen lässt. Die folgende Bilderserie verdeutlich nochmals das eben beschriebene:

Riemen nachspannen

An dieser Stelle zeigen wir mittels einer Bilderserie, wie der Riemen gespannt werden kann. Gerade frisch aus der Verpackung sollten alle drei Riemen vorgespannt sein. Insbesondere sollte darauf geachtet werden, dass die Spannung zwischen linker und rechter Y Seite identisch ist. Falls im laufe der Zeit die Spannung nachlässt, muss nachgestellt werden. Dazu müssen die Verkleidung der entsprechenden Enden gegenüber der Schrittmotoren entfernt werden. Der Fuß lässt sich mittels dreier Schrauben entfernen, nachdem die Nasen der oberen Verkleidung ausgeharkt wurden, lässt sich auch diese entfernen. Zwei weitere Schrauben halten die seitliche Verkleidung und geben letztendlich den Spannmechanismus frei. Zwei Inbus Schrauben klemmen das Umlenkrad, eine dritte Schraube stirnseitig sorgt fürs Spannen.

SainSmart hat für den Vorgang auch nochmal ein Video veröffentlicht.

Software & App

Auf die generellen Laser Basics sind wir in unserem ersten Laser Artikel ausführlich eingegangen. Wir haben erste Schritte in Laser GRBL sowie Lightburn gezeigt. Gerade letzteres ist meines Erachtens die beste Software zum Erstellen eurer Designs und Steuern eures Lasers.

Ein Alleinstellungsmerkmal des LC-40 ist allerdings die App-Steuerung. Ihr braucht also gar keinen PC um Designs zu erstellen und erste Projekte zu lasern. Im Auslieferungszustand ist die Firmware für die App-Steuerung per Bluetooth geladen. Ich erwähne hier extra das Wort Firmware, denn um jetzt auf PC Steuerung per GRBL umzustellen, muss eine andere Firmware auf den Controller geflasht werden. Dies ist schnell gemacht und klappt sogar in Richtung GRBL aus der Smartphone App heraus. Falls allerdings zurück zur App Firmware gekehrt werden soll, muss ein Flash Tool am PC ausgeführt werden. Ein Video auf dem mitgelieferten USB Stick erklärt den Prozess und beinhaltet die entsprechenden Dateien sowie das Flash Tool. Insgesamt ist der gesamte Prozess in 2 min erledigt – allerdings würde ich mir wünschen, dass der LC-40, wie es z.B. die Mainboard Hersteller mit ihrem Dual BIOS teilweise tun, per Kippschalter zwischen App Firmware und GRBL Firmware wechseln könnte.

Nun aber ein erster Blick in die App. Sie hört auf den Namen „Engraver“ und ist sowohl im Google Playstore als auch im Apple App store kostenlos herunterladbar. Nach dem Start ist der Laser noch nicht verbunden. Mit einem Klick auf „not connected“ öffnet sich die „Device List“, wenn der Laser sowie Bluetooth auf eurem Handy eingeschaltet ist, sollte der LC-40 nun an dieser Stelle auftauchen. Über das Menü „Equipment“ -> „OTA Upgrade“ lässt sich die eben erwähnte GRBL Firmware over the air auf den LC-40 laden.

Die Engraver App ist sehr einfach zu bedienen und führt euch komplett Schritt für Schritt durch den Prozess. Vom leeren Blatt Papier bis zum fertigen Ergebnis und lässt euch sogar beim Laser noch die Geschwindigkeit sowie Stärke anpassen. Die App ist durch diese Leichtfüßigkeit allerdings auch etwas eingeschränkter im Vergleich zu einer kompletten Software wie Lightburn. Dies ist gerade für Anfänger ein riesen Vorteil, da durch die wenigen Optionen und die Schritt für Schritt Durchführung schnell, gute Ergebnisse erzielt werden können. Einfache Designs wie Schriften, Logos, Bar Codes oder QR-Codes lassen sich sehr schnell umsetzen. Durch den Repeat Button auf der Rückseite des Lasers kann das jeweilige letzte Projekt wiederholt werden.

1x kurz drücken lässt den Laser in den preview Modus springen, 1x lang drücken startet den Gravierprozess.

Komplexere Dinge wie Bilder sind möglich und lassen sich auch bearbeiten und anpassen, ohne vorherige Materialtests werden diese allerdings mehr ein Glücksding. Zurück zum Thema Schriften bzw. Text – zuerst muss entschieden werden ob nur eine Outline oder der Text vollflächig graviert werden soll. Es wird nach dem zu gravierenden Text gefragt, 16 Schriftarten stehen zur Auswahl, ebenso die Ausrichtung (linksbündig, zentriert, rechtsbündig). Im nächsten Schritt kann der Text gedreht, gespiegelt oder invertiert werden. Zur Ausrichtung wird der gesamte Bauraum des LC-40 angezeigt und mittels cm Angaben lässt es sich grob orientieren. Width also Breite und Height, Höhe passen die Größe des Textes an, locking ratio sperrt das Größenverhältnis. Hier zeigt sich leider etwas die Problematik der App, da trotz Spracheinstellung auf deutsch ca. 99% aller Wörter auf englisch sind. Per Klick auf „Vorschau“ fährt der Laser konstant im Viereck um den zu gravierenden Text und lässt so eine Feinausrichtung durchführen.

Im letzten Schritt müssen Geschwindigkeit und Laser-Stärke gewählt werden. Ein paar Voreinstellungen sind abgespeichert, es lassen sich aber auch eigene Presets hinterlegen. SainSmart hat für die App und den LC-40 eine eigene Website mit Referenzen zu verschiedenen Materialien erstellt. Jetzt solltet ihr den Laser fokussieren, dies klappt mit dem beigelegten 5 mm Abstandshalter, der praktischerweise direkt im Rahmen aufbewahrt wird, schnell und unkompliziert. Einfach das Passstück zwischen Laser und Werkstück legen, die Daumenschraube der Z Achse aufdrehen und das Lasermodul auf dem Passstück ablegen. Daumenschraube zudrehen, Passstück wieder in die dafür vorgesehene Halterung stecken und fertig ist die Fokussierung.

Beim Graviervorgang kann mittels Schiebregler noch Vorschub und Leistung geändert werden. Beim Fräsen ist so eine Einstellung extrem praktisch, beim Lasern führen kleine Einstellungen aber auch schnell zu einem optisch anderen Ergebnis. Wartet also bis der Vorgang abgeschlossen ist und führt, wenn nur geringfügige Änderungen im laufenden Betrieb durch. Denkt an eure Schutzbrille, hier ist Vorsicht besser als Nachsicht.

Nach wenigen Minuten seit App Start haben wir schon das erste Ergebnis. Einfach ins Blaue versucht, kam folgendes heraus:

Super für schnelle Gravuren und einfache Designs. Ein paar Logos bzw. Line Art Designs sind in der App vorgeladen, es lässt sich aber auch alles aus der Foto Mediathek eures Telefons importieren.

Bevor wir die GRBL Firmware laden, gehen wir noch auf SainSmarts PC Software ein, die ebenfalls mit der aktuell aktiven Firmware funktioniert.

Der Umfang ist ähnlich der App und ist eher für den Einstieg ins Laser Geschehen gedacht oder wenn wiederholt Barcodes, QR-Codes oder Texte/Formen graviert werden sollen. Für mehr ist die Software eigentlich eher ungeeignet, da nur wenige Einstellungen getroffen werden können. Deshalb laden wir per App die GRBL Firmware und steigen jetzt richtig ein.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Unboxing/Lieferumfang
  2. Aufbau
  3. Features/technische Daten
  4. Kalibrierung/Riemen spannen/Software & App
  5. Tuning/Tests
  6. Vergleich 3018 PRO DIY Laser/Air Assist
  7. Fazit