[Review] SainSmart Jinsoku LC-40

Vergleich 3018 PRO DIY Laser

Es war jetzt schon in mehreren Kapiteln die Rede von der 3018 PRO DIY, die wir mittels Laser aufgerüstet haben. Dies war unser erster Berührungspunkt mit Lasern und seither haben wir etliche Projekte umgesetzt. Die Lernkurve ist steil und man gelangt schnell zu guten Ergebnissen, anders wie das u.U. beim Thema Fräsen der Fall sein kann. Dass die 3018 PRO DIY als Fräse konzipiert ist, sieht man natürlich an der Konstruktion. Werkstücktisch, Bewegung der Achsen mit kräfteaufnehmenden Spindeln. All dies kann eine, fürs reine Lasern entwickelte Maschine natürlich weglassen, da sie das Werkstück niemals berührt. Deshalb auch die hohen Vorschübe von bis zu 10.000 mm/min beim LC-40, denn viel Gewicht bringt der reine Laserkopf nicht auf die Waage. Bei der 3018 PRO DIY muss in Y z.B. noch der gesamte Tisch beschleunigt und abgebremst werden. Maximalwerte von 2500 mm/min sind hier zwar noch zu erreichen, wohlfühlen tut sich die Maschine aber eher in Regionen um die 2000 mm/min.

Das Design sticht aber natürlich auch heraus. Wo die 3018 PRO DIY schon sehr stark nach DIY aussieht, wirkt der LC-40 Laser wie ein highend Gerät. Dazu wurde der Arbeitsbereich bei einer geringen, äußeren Vergrößerung fast verdreifacht. Das System mit Linearführungen und Riemenantrieb kommt ohne Backlash Mutter bzw. allgemein, konstruktionsbedingt ohne Spiel im Antrieb aus. Eine softwareseitige Verstellung der Z-Achse ist aber der 3018 PRO vorenthalten, ebenfalls ein richtiger Air Assist mittels Düse und Kompressor.

Air Assist

Der LC-40 hat eine Luftunterstützung per 40 mm Lüfter und Luftleitblech, das dafür sorgt, dass Rauch nach hinten herausgeblasen wird. Dies passiert eher mit einem gewissen Volumenstrom als mit Druck. Gleiches Prinzip hatte ich mittels einem 80 mm Noctua Lüfter auch schon an der 3018 PRO DIY angewendet und konnte eine signifikante Effizienzsteigerung des Lasers bzw. des Ergebnisses feststellen. SainSmart bietet für einige seiner Laser aber auch einen Düsenaufsatz samt Kompressor an. Der LC-40 wird leider nicht unterstützt, aber der LE-1620, LC-60A und das Laser Modul an unserer 3018 PRO DIY.

In der Box befindet der Luftkompressor, die Düse für den Laser, ein m Silikonschlauch, zwei Adapter für die verschiedenen Maschinen bzw. dessen Controller (eines dreht nur die Polarität um), ein Inbus Schlüssel, aber keine Anleitung. Das beigelegte Papier bezieht sich nur auf die Entsorgung. Allerdings ist die Montage eigentlich selbsterklärend. Nachdem die Düse mittels zwei Madenschrauben am Laser fixiert ist (zu empfehlen ist eine vorherige Reinigung der Linse mittels Alkohol und Wattestäbchen), muss nur der Schlauch verlegt und an den Kompressor angeschlossen werden. Strom muss beim LE-1620 oder auch bei unserem Laser Modul über ein separat erworbenes 12 V Netzteil eingespeist werden. Der LC-60A hat hierfür einen extra Anschluss am Mainboard und kann somit sogar per Software gesteuert werden. Bei uns leider nur manuell.

Im vorletzten Bild der Galerie sieht man nicht nur die Vorteile eines solchen Air Assist in den oberen drei Reihen. Keine Brand- oder Schmauchspuren, im Vergleich zu den unteren Reihen vom LC-40 mit Air Assist light durch den 40 mm Lüfter. Ebenso sieht man den um 90° gedrehten Laserstrahl bei den unteren Kästchen, da die Aufwärts-Seiten deutlich dünner, als die horizontalen Linien sind.

Wenn es ums Schneiden geht, ist ein Air Assist schon fast Pflicht – denn nur so lassen sich auch feine Details ohne verbrennen ausschneiden. Die Linien auf dem folgenden Bild sind nur sehr schmal und würden ohne quasi nicht mehr existieren oder nur aus Kohle bestehen, 1€ Münze als Größenvergleich. Genau dies ist der Vorteil der 3018 PRO DIY, denn durch den DIY Charakter lassen sich auch Erweiterungen und selbstgebaute Upgrades implementieren, die so beim LC-40 nicht möglich sind.

Je nach Projekt kann es natürlich auch gewünscht sein solche Brandspuren zu erzeugen, aber generell, je feiner und je mehr geschnitten werden soll, desto wichtiger ist ein richtiger Air Assist. Das soll nicht bedeuten, dass man mit dem LC-40 nicht auch Holz schneiden kann – siehe die Karte von Hamburg, aber man muss sich im klaren sein, dass immer ein gewisses Maß an Brandspuren vorhanden ist, die evtl. Nacharbeit mit sich bringen.

Ein zweiter Vergleich des Herzlich Willkommen Schildes, rechts mit Air Assist und mittig auch nur mit Air Assist Light, per Noctua Lüfter auf das Werkstück blasend. Das Willkommen, aufgrund der Leistung, die auf einen kleinen Bereich einwirkt, total verkohlt. Im rechten Schild ist dies sogar kleiner, aber durch die aktive und fokussierte Kühlung, keinerlei Schmauchspuren.

Nicht unerwähnt sollte auch die Steigerung der Effektivität bleiben. Durch das konstante Ausblasen von Rauch und Abgebranntem, arbeitet der Laser deutlich effizienter auf dem Werkstück. Bei gleicher Leistung konnte ich den Vorschub um ca. 1/3 steigern, bei gleichem Ergebnis. Die Leistungsaufnahme des Kompressors liegt bei ca. 11 W maximal und bei ca. 4 W auf mittlerer Stellung.

Schlussendlich lässt sich keine klare Kaufempfehlung zwischen 3018 PRO DIY Laser mit Air Assist und LC-40 treffen da es immer auf den persönlichen Anwendungsfall ankommt. Beide kosten dazu noch ungefähr gleich viel. Wenn der Fokus mehr auf Schneiden liegen soll, ist ein Air Assist definitiv Pflicht. Evtl. dann eher auf einen LC-60A schauen. Bei allen anderen Operationen hat der LC-40 die Nase vorn. Wenn es hauptsächlich ums gravieren geht, dann ist das edle Design, der große Bauraum und die deutlich gesteigerte Fahrgeschwindigkeit unschlagbar. Nicht zu vergessen die App Steuerung, die es vor allem schnell und einfach ermöglicht simple oder im Idealfall, sich wiederholende Projekte umzusetzen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Unboxing/Lieferumfang
  2. Aufbau
  3. Features/technische Daten
  4. Kalibrierung/Riemen spannen/Software & App
  5. Tuning/Tests
  6. Vergleich 3018 PRO DIY Laser/Air Assist
  7. Fazit