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[Interview] Wasserkühlungshersteller Monsoon

Header-Monsoon53e47245d32c3Der hwp Benchtable – unser erstes Projekt, bei dem wir mit Wasserkühlungen in Kontakt gekommen sind. Neben dem Modden eines Pc´s oder Bauen einer Casecon ist das nochmal eine ganz eigene Faszination, die uns von Anfang an Begeistert hat. Vom Vermessen, über das Heraussuchen der passenden Teile, die sowohl in ihrer Leistung, Lautstärke und natürlich auch dem Aussehen passen. Der eigentlich Zusammenbau war dann nochmal eine ganz andere neue Erfahrung.

Am Ende bestand die Kühlung aus Radiatoren von Alphacool und Pumpe, Reservoir und CPU Block von EKWB. Alles wird dabei durch Monsoon Anschlüsse verbunden, wobei wir diese Produkte hauptsächlich wegen ihrer Qualität ausgewählt haben. Besonders die Monsoon Anschlüsse, die nicht nur ein einzigartiges Design haben, sondern auch weil Monsoon so ziemlich der einzige Hersteller ist, der so viele verschiedene Farbvarianten zur Verfügung stellt.

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Ich habe mich sehr über die Möglichkeit gefreut mit den Leuten von Monsoon zu arbeiten und dass sie uns bei dem Benchtable Projekt unterstützt haben. Hier in diesem Artikel möchte ich euch das neuste Projekt präsentieren, welches wir zusammen gemacht haben. Hardwarepoint bad Monsoon zum Interview und der Modder „Boxgods“ stand uns Rede und Antwort. Insgesamt haben wir 10 Fragen gestellt und uns wurde ein Einblick hinter die Kulissen von Monsoon gewährt. Wie alles begann, was kommt als nächstes und vieles mehr.

Jetzt kann ich euch auch endlich mehr über die neuen Produkte von Monsoon erzählen. Seit ein paar Monaten habe ich bereits eine Email im Postfach mit Renderings und allen Details über die neuen modularen Reservoirs von Monsoon… ich durfte nur nichts veröffentlichen.

Der Artikel ist meine Übersetzung des im Original auf Englisch geführten Interviews, hier könnt ihr auch unsere Originalfassung lesen. Jetzt starten wir aber direkt mit der ersten Frage:

 

 

1. Monsoon wurde vor ein paar Jahren von zwei Familien gegründet. Seit wann genau gibt es die Marke Monsoon? Wie habt ihr euch kennengelernt und wann entstand die Idee Wasserkühlungsteile zu entwickeln und herzustellen?

Es ist ungefähr 5 Jahre her seit dem wir Monsoon gegründet haben. Wie du bereits erwähnt hast, sind wir zwei Familien, eine lebt in Süd-Texas und die Andere in Guangdong, China, wo unser Werk ist. Wasserkühlungs/Modding Produkte sind als „pro“ Modder selbstverständlich für mich, gerade auch weil ich bereits seit 1998 modde und auch ein paar Jahre eine Review Website betrieben habe.

 

 

2. Gab es zuvor andere Projekte, die ihr zusammen gemacht habt?

Ja. Ich habe als Produktdesigner für andere Firmen in der Wasserkühlungs-Branche gearbeitet und durch die Kontakte dort Bruce kennengelernt. Er war frisch von der Uni und arbeitete zu der Zeit in der Buchhaltung für einen chinesischen Hersteller. Er ist einer der aufgewecktesten und anständigsten Menschen, die ich je getroffen habe. Ich wusste sofort, ich will ihn als Partner, wenn ich jemals mein eigenes Business starte.

Meine Designarbeit für Firmen wie Danger Den wuchs schnell in die Beaufsichtigung der Herstellung und es dauerte nicht lange, da war Monsoon gegründet. Von da an haben wir unsere Produktauswahl auf vielen verschiedenen Gebieten erweitert. Von Schiffsschrauben über Schachteln für Sammelkarten. Wir designen und stellen dazu auch noch nicht gerade wenige Wasserkühlungs- und Casemod-Produkte für andere Firmen und Marken her.

 

 

3. Aus welcher Branche kommst du? Hast du zuvor bereits eine ähnliche Arbeit verfolgt oder hast du dir alles nötige für das Designen, die Herstellung und den Verkauf selber beigebracht?

Ich bin eigentlich der Einzige unserer Gruppe, der sich im Selbststudium in diese Position gebracht hat, der Rest ist sehr gut ausgebildet. Wobei ich schon aus dem betriebswirtschaftlichen Bereich bzw. Ingenieurswesen komme. Ich beschreibe mich immer als „smart hands guy“ , da ich mein Leben lang Dinge baue, vom Flugzeug bis hin zu Häusern. Mein Vater war Schreiner und technischer Zeichner, so kam ich sehr früh mit diesem Geschäft in Kontakt. Meine prägenden Jahre verbrachte ich in Deutschland, umgeben von deren Leidenschaft zum Design und zum Detail.

 

 

4. Aktuell bietet ihr die free center compression Anschlüsse als einzige Schlauchverbindung und die hardline Serie für Acrylrohre an. Gab es andere Konzepte, die es nicht bis zum finalen Status geschafft haben?

 

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Eigentlich sind unsere Anschlüsse modular, dass ist etwas kompliziert zu erklären, aber die „Free Center“ Anschlüsse, die „Chain Gun“ Anschlüsse und die „Carbon“ Anschlüsse sind austauschbar zwischen den verschiedenen Arten und Schlauchtypen. Dazu haben wir noch eine „Economy“ Serie mit Anschlüssen für Rohrleitungen, welche aber bald eine Überarbeitung erhalten. Desweiteren gibt es eine Reihe von Winkeln und Winkeln mit Light Port (Aufnahme für LEDs), ein gesamtes Sortiment an Spezialverschlüssen, unser M2 Reservoir, das neue „Modular Tube“ Reservoir, ein paar verschiedene D5 Pumpen, Acryl und PETG Rohre, CCFL Beleuchtungs-Kits, LED Kits und alles Mögliche weitere Hardware-Zubehör wie Halterungen zur Entkopplung und verschiedene Schrauben….plus eine Menge anderer Teile, die ich aus dem Stegreif gar nicht alle  nennen kann. 

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Modular Tube Reservoir mit zwei D5 Pumpen und montiertem CCFL Lichtkit

 

 

 

5. Können wir mehr/neue Wasserkühlungs-Produkte in den nächsten Monaten erwarten? Vielleicht CPU/GPU Blöcke, Pumpenaufsätze, Ausgleichsbehälter, neue Anschlüsse oder Spezialstopfen?

Wie ich bereits erwähnt habe, bringen wir gerade das MMRS Tube Reservoir auf den Markt, welches zwei verschiedene D5 Pumpenaufsätze beinhaltet. Wir fertigen bereits LED Verschlusskappen, Verschlussstopfen mit Temperatursensoren, Blindstopfen mit Silberpatrone (Verschlussstopfen zum Abtöten von Mikroben) und normale Verschlusskappen … ich bin mir nicht sicher ob hier noch irgendwas fehlt, was ein Stopfen tun kann und was wir noch nicht abgedeckt haben.

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MMRS Tube Reservoir Features:

Die Rohre (60 mm Durchmesser) und Zugstangen kommen in sechs Längen, von 50 mm (2 inch) bis 300 mm (12 inch) je in 50 mm (2 inch) Schritten. Die Endkappen kommen mit keinem, einem oder drei Anschlüssen und mit oder ohne zur Seite gerichteten Anschlüssen. Diese Seitenanschlüsse können auch in der Mitte, wie an der Pumpe, hinzugefügt werden. Sie müssen außerdem nicht mittig sitzen, man kann ein 50 mm AGB Rohr und ein 200 mm Rohr nutzen oder jede andere Kombination, die man möchte. Ebenso ist es möglich mehrere Verbindungsstücke zu nehmen und so einen AGB aus mehr als zwei Rohr-Segmenten zu bauen.


Es gibt einen Pumpenaufsatz bzw. AGB Ende für die D5, wie oben gezeigt, aber auch eine Standalone Version im selben Stil.


Externe runde und viereckige Füll- und Abblass-Anschlüsse können direkt auf den AGB geschraubt werden oder als Anhänger genutzt werden. (Die sind so clean und handlich).

Es wird vier verschiedene Halterungen, eine 12 mm low profile „Grasshopper“ Halterung, eine 25 mm und eine 50 mm Halterung geben. Die Füll/Ablass-Anschlüsse können ebenfalls als Halterung genutzt werden, sodass der AGB überall und in jede Richtung montiert werden kann. Die Standard Halterungen (die ersten drei) erlauben eine Drehung um 60° in beide Richtungen und die Anschlussstücke selber können auch in 60° Schritten gedreht werden.


Doppelte CCFL Röhren hinter dem AGB sorgen für eine Menge Licht ohne die Lampen zu sehen. Die Länge der Lampen und Befestigungen ist dabei passend zu den Rohrteilen, sodass man alles mischen kann und sich die perfekte Kombination selber zusammenstellen kann. Wenn man z.B. ein AGB aus drei Segmenten hat und das Thema Superman ist, kann man den Mittelteil blau und die äußeren Teile rot machen.


Es gibt sogar ein Bauteil um das MMRS Tube Reservoir mit unserem Serie 2  Dualslot AGB zu verbinden.

Die Teile bestehen aus strapazierfähigem, qualitativ hochwertigem, gegossenem PVC mit Edelstahl Zugstangen und Aluminium Halterungen.

Verfügbare Farben: alle Monsoon Farben; matt schwarz, schwarzes Chrom, Chrom, weiß, blau, rot, orange, grün, lila und gold.

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Das Ziel ist es alle Komponenten einzeln zu verkaufen, sodass sich jeder Modder exakt den AGB für sein spezielles Projekt zusammenbauen kann. Denkt an Lego, es erlaubt euch einen AGB zu bauen, der zu dem passt was ihr vorhabt, anstatt euch dazu zu zwingen den Mod passend zu einen AGB von der Stange zu machen.

Ich habe vor ein paar Jahren einen richtig coolen Radiator designt, bin aber bisher nie dazu gekommen weiter daran zu arbeiten. Außerdem habe ich bereits verschiedenste CPU und GPU Blöcke für andere Firmen entwickelt und wir haben sogar Teile der Fertigung übernommen. Es ist also sicherlich im Bereich des Möglichen. Wie ich die Zeit finde, ist eine andere Geschichte…

 

 

6. Du hast uns erzählt, dass ihr Ende 2014 in ein neues, größeres Werk umgezogen seit. Wie kann man sich so einen Betrieb vorstellen? Überall stehen große Maschinen?

Ich denke wir sind aktuell an unserem vierten Standort. Hoffentlich ist das jetzige Werk groß genug und reicht für eine Weile. In Bezug auf Platz ist es nichts besonderes, erstrecht nach europäischen Standards. Große Anlagen ist auch relativ, verglichen mit der Automobilbranche, nein. Verglichen mit meinem Studio hier in Texas oder einer üblichen Garage, ja 😉

Je nachdem wie viele und wann Bestellungen rausgehen, sind hier normalerweise 8 bis 10 Leute, die am Zusammenbauen und Verpacken sind – meistens Frauen. Es laufen aber auch viele Kinder zwischenher, da wir nun einmal ein Familienbetrieb sind. Bruce´s Mutter kocht für alle Mitarbeiter und sein Vater bedient ein paar der Sandstrahl-Maschinen und Glühöfen, etc. Wir haben einen Vollzeit Ingenieur, der meine CAD Dateien ins chinesische Übersetzt und Programme für die verschiedenen Maschinen schreibt. Wenn es einmal hektisch wird unterstützt uns zusätzlich noch Bruce´s Bruder, der als Ingenieur bei Foxconn arbeitet.

Trotz dessen, dass sie auf der anderen Seite der Welt sind, sind wir alle sehr nahe zusammen und verbringen viel Zeit miteinander. Meine Frau und ich haben ein paar Jahre zuvor 20 Tage in China verbracht und ihre Hochzeit begleitet und letztes Jahr kam mein Patenkind Amanda auf die Welt.

 

 

7. Monsoon steht für innovative, hochwertige Premiumprodukte. Wie ist das Feedback der Community? Gibt es nur positive Kommentare und Emails oder sind auch ein paar nicht so gute dabei?

Ich bin die einzige Person, die Emails über technische Probleme und RMA´s bearbeitet. Ich bekomme sehr viel Feedback, sowohl gutes als auch schlechtes. Aber ich beantworte jede einzelne Email, egal ob gut oder schlecht. Unsere RMA Rate ist unter 1%, also gibt es nicht allzu viele böse Emails. Ich bin ehrlich gesagt überrascht wie viele Leute sich die Zeit nehmen und nette Mails scheiben, es scheint mir als ob solche Mails immer kommen, wenn ich gerade einen harten Tag habe.

 

 

8. Wie lange dauert es um so eine Produktreihe wie die „Free Compression“ Anschlüsse, von der Idee bis zur ersten gefertigten Einheit zu entwickeln? Gab es Probleme, die dir schlaflose Nächte bescherten?

Als Kleinstunternehmen sind wir sehr agil, aber es fühlt sich immer nach einer Ewigkeit an. Unser Entwicklungszyklus variiert je nachdem welcher Herstellungsprozess involviert ist. Als Beispiel, ein Anschluss ist ziemlich standardmäßige CNC Bearbeitung, wobei ein AGB aus gefrästen und gegossenen Teilen bestehen könnte. Eine Gussform braucht ein paar Monate. Ich entwickle alle Werkzeuge, Spannvorrichtungen und Testplattformen sowie die Verpackungen selber. Eine Änderung innerhalb dieser Kette kann ein Dominoeffekt auslösen und alle anderen müssen dann auf mich warten.

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Free Center Fittings – Six Pack

 

Die Free Center Anschlüsse haben vom Konzept bis zur Produktion ca. 60 Tage gebraucht. Sie brauchten wegen den vier Größen etwas zusätzliche Zeit und wie ich vorher erwähnt habe, sind sie modular. Ich musste also die Chain Gun und Carbon Anschlüsse ebenfalls gleichzeitig entwickeln, obwohl diese erst später auf den Markt kamen. Das M2 Reservoir war etwas komplizierter und dauerte länger, da hier viele verschiedene Prozesse, inklusive einem aufwendigen Mittelteil, von Nöten waren. So dauerte es vom Konzept bis zur Produktion 120 Tage. Es lag aber auch daran, dass ich mir das Arbeiten mit mehrteiligen Formen erst selber beibringen musste, da das Mittelteil nicht einfach mit zwei Hälften gegossen werden konnte.

Probleme tauchen IMMER auf, egal wie hart man daran arbeitet alles perfekt zu machen. Das ist einfach Fakt im Leben. Das Beste was man machen kann, ist versuchen die Fehler zu finden und sie als Möglichkeit zu sehen um die Kunden zu unterstützen und sich selber zu verbessern. Wenn ein Fehler passiert, gehe ich sicher, dass ich die Email mit „Ich bitte den Fehler zu entschuldigen“ beginne und wenn ich das schreibe, dann meine ich das auch wirklich so. Als Beispiel kann ich hier unsere Verschlussmanschetten (Lock Collar), die wir bei unseren Hard Line Anschlüssen verwenden, anführen. Ursprünglich warnen diese aus Acryl geformt und für 99% unserer Kunden funktionierten sie super. Die anderen 1% hatten Probleme mit Rissen, wobei wir nicht herausfinden konnten was diese Probleme verursacht. Trotzdem wechselten wir bei den Hülsen sofort von Acryl auf Polycarbonat, was deutlich stabiler ist und nicht so leicht springt. Von diesem Zeitpunkt an hatten wir keinen einzigen Kunden mehr mit gerissenen Manschetten.

Mit nur einem Prozent an Kunden, die von gerissenen Hülsen berichten, hätte ich das Problem auch einfach ignorieren können, aber das ist genau dass was letztendlich zu genau diesen schlaflosen Nächten führt. Wenn du derjenige mit gerissenen Hülsen bist, interessiert es dich nicht das die anderen 99% der Nutzer sehr zufrieden damit waren und keine Probleme hatten. Ich weiß genau wie ich mich an seiner Stelle fühlen würde, also haben wir alle Acryl Hülsen aus dem Lager weggeschmissen und den Wechsel gemacht. Und so kann ich gut schlafen 🙂

 

 

9. Welche Hardware nutzt du in deinem eigenen Computer? Habt ihr gemoddete und mit Wasserkühlung ausgestattete PCs?

Ich habe über die Jahre viele 10.000$ gaming Rechner für Kunden gebaut, heutzutage verbringe ich die Zeit allerdings an Workstations powered by nVidia Quadro Grafikkarten für Solidworks. Ich habe aber auch eine Eigenart…ich stehe total auf an die Wand montierte Computer. Hinter meinem Schreibtisch sind hier also mehre an die Wand geschraubte PCs, offen, auf speziell dafür gefrästen Platten. Im Bezug aufs Zocken verbringe ich immer noch unglaublich viel Zeit mit CIV.

 

 

10. Und zum Schluss: Gibt es etwas was du der Community erzählen möchtest?

Vor allem möchte ich als erstes sagen wie sehr wir eure Unterstützung schätzen. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir dadurch bei Monsoon seit über 5 Jahren ein Dach über dem Kopf und Essen auf dem Tisch für ein halbes Duzend Familien haben. Besonders in einer Wirtschaft, die viele Leute scheitern lässt. Als ein kleines Unternehmen mit null Budget für Werbung leben wir quasi von Mundpropaganda. Das ihr euch also Zeit nehmt und euren Freunden von uns erzählt, was viele von euch getan haben, bedeutet uns sehr viel.

Vielen Dank.

 

 

Danke für deine Zeit und das ausführliche Interview, Gene. Wir schätzen ebenso euren Umgang mit der Community und ich denke zu euren Produkten brauche ich wohl nichts weiter zu sagen.

Bleibt so wir ihr seit – eine große Familie!

 

Wenn ihr noch weitere Fragen habt, schreibt sie in die Kommentare, evtl. können wir die später in einer Community Edition beantworten.

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