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[Projekt] Datsun 280z Teil 6

Stand März 2020

Corona zum Trotz geht es langsam aber stetig am Datsun weiter. Im letzen Artikel ging es schon mal grob ums Thema Fahrwerk, jetzt sind die Federbeine selber tatsächlich angekommen. KW hat etwas nettes aus meinen originalen Radaufnahmen/Dämpfergehäusen gebaut. Dorian von BBM Motorsport war der Federführend und hat mir dieses auch besorgen können.

Zum Anfang also erstmal ein paar Impressionen vom KW Gewindefahrwerk Clubsport 2-way inkl. Stützlager:

Die zwei lilanen Distanzstücke dienen dabei einmal der Erreichbarkeit der unteren Dämpferverstellung und gleichen die Geometrie der Anlenkstange auf den Radkörper bei Tieferlegung aus. Aus dem englischen auch Bumpsteer-Spacer genannt. Das Fahrwerk macht einen bomben Eindruck und wird hoffentlich ebenso gut fahren. Für den Z gibt es das KW System auch noch als normale V3, in diesem Fall wollte ich aber die verstellbaren Domlager haben und somit bin ich direkt aufs Competition gegangen. Demnächst müssten dazu auch noch die nötigen Papiere für die Eintragung ankommen – mal schauen. Leider lässt sich die Verstellung aber nur im Ausgebauten Zustand verändern, da hier erst die Adapterplatten zu den originalen Domen entfernt werden müssen… schade eigentlich. Auf die Einstellarbeit bin ich aber schon mal gespannt.

Verbauen ließ sich alles relativ gut. Vorne war schnell passiert, hinten hat es durch den langen Achspin und die doch sehr steifen PU Lager etwas mehr Kraft gekostet. Hier muss man mindestens zu 2. sein, dann ist der Einbau kein Problem. Vorne konnte ich somit auch das Hitzeschutzblech auf die größere Bremszange anpassen und es zum Pulvern schicken. Die Bremsen durften das erste Mal probesitzen und auch die Radnaben haben wieder den Weg mitsamt neuen Radlagern ans Auto gefunden. Eine Presse war zum Einbau tatsächlich nicht von Nöten. Ein Hammer und Durchtreiber haben gereicht um die Lager ohne Beschädigungen in Position zu bringen. Vorne ist der Großteil für den Wechsel auf innenbelüftete Bremsscheiben und den Toyota 4Runner S12+8 Sattel also getan. Die Radnabe muss allerdings nochmal ab, um das fertig gepulverte Hitzeschutzblech zu montieren.

 

Warum also überhaupt erst anbauen? Dafür:

Die Räder mussten nämlich auch probe-gesteckt werden. Im Vorhinein habe ich dafür alle Radläufe gebördelt. Also wirklich nur die Kanten umgelegt und nicht den Kotflügel selber verbreitert. Dabei platzte natürlich überall der Lack ab – zum Glück hier absolut gar kein Problem. Innen habe ich im Anschluss alles mit Rostschutzgrundierung und Epoxy-Primer versiegelt. Dann ging es ans aussuchen der Reifen und Felgen. Klassische Watanabe waren eigentlich angepeilt, allerdings waren mir diese doch den Mehrpreis nicht wert und farblich hätte man auch nochmal in Aktion treten müssen. Über MPS Engineering konnte ich diese JR 19 Felgen von Japan Racing beziehen und später auch eintragen lassen. Hier seht ihr eine „Sonderanfertigung“, denn hier ist wirklich nur der Datsun Lochkreis gebohrt und nicht wie sonst üblich auch der 100 mm Lochkreis zusätzlich, sprich 8 Löcher pro Felge, die meiner Meinung nach, die Optik doch sehr stark stören.  Maße vorher 195/75 R14 5,5J ET15 und dazu im Vergleich 225/50 R16 8J ET0. Bilder 2 und 3 zeigen hier leider die Problematik mit dem zuvor angesprochenen Bumpsteer-Spacer. Hierdurch wird nämlich alles unterhalb des Fahrwerks aus Felgensicht nach außen gebracht. Bei Serienbereifung alles kein Problem, bei 15″ in meinen oben gewählten Maßen würde die Felge sowohl an der Lenkung, als auch am Querlenker anstehen. Also musste ich leider auf 16″ ausweichen, wie ich finde, optisch doch ein sehr guter Kompromiss. Mit zu großen Felgen kann man bei solchen Fahrzeugen auch mal ganz schnell daneben liegen.

Nicht wundern, der Reifen ist nur zu Testzwecken montiert, da ich wissen wollte, ob noch weiteres Bördeln notwendig ist oder ob genug Platz im Radkasten vorhanden ist bei 225/50. Später sollen Dunlop Sportmaxx RT oder Michelin Pilot Sport 4s montiert werden. Habe mich aber noch nicht entschieden. Tendenz eher zu den Michelin, da schon gute Erfahrungen gemacht, andersherum ist der Dunlop 30€ pro Reifen günstiger.

 

Weiter ging es mit der Batterie. Hier habe ich mal nicht auf den Preis geschaut und ganz oben ins Regal gegriffen. Da der Z bekanntlich möglichst leicht werden soll, gibt es anstatt der handelsüblichen Blei-Starterbatterie eine Lithium Batterie. Gewicht mit Halter, wie auf dem Foto 3,45 kg. Mit einem Teil des originalen Batteriehalters und zwei selbst angefertigten Blechen aus Aluminium sitzt die Braille G30 bombenfest.

 

Weitere Bauteile sind fertig geworden. Die Front wird durch die neue Schürze oder wie man bei der Fairlady auch oft ließt, durch den Air dam grundlegend verändert. Hier finden auch die Blinker vom 240z Platz. Allerdings stört es mich bei anderen Bauten oft, dass man durch die Lüftungsöffnungen an den Seiten einfach auf den Boden guckt. Also schnell was in CAD gebaut und ausgedruckt – schnell war es dann allerdings doch nicht, da jeder Adapter 14 Stunden auf dem 3D Drucker gebraucht hat. Jetzt kann man aber z.B. einen Schlauch für die Bremsenkühlung anbringen. Wobei ich hier noch nicht weiß, was der TÜV dazu sagt. Aber auch ohne angeschlossenen Schlauch bewirkt es, dass man nicht mehr durch die Öffnung in der Schürze direkt auf den Boden schaut.

Der Tank wurde chemisch entlackt und neu gepulvert. Zum Glück konnte dabei die alte Tankversiegelung, die vor etlichen Jahren aufgebracht wurde und sich in dicken Platten abgelöst hatte, vollständig entfernt werden ohne den Tank aufzuschneiden.

Außerdem habe ich das Getriebe bis auf die Ölfüllung fertig gemacht. Sprich gereinigt, Eingangs- und Ausgangswellen-Dichtung erneuert, einen neuen Kupplungsnehmerzylinder verbaut, die Betätigung wurde gestrahlt und neu lackiert sowie mit einer neuen Haltefeder versehen und es kam natürlich ein neues Ausrücklager hinein. Dazu der frisch gepulverte Getriebehalter mit PU Lagern und neuem Gummipuffer. Die Tachowellen Abnahme wurde auch passend zum späteren Differential bzw. dessen Übersetzung ausgetauscht. Für den späteren Einbau liegen auch schon die entsprechenden Dichtungen für den Innenraum und den Schalthebel bereit. Zusätzlich werden die Schalthebellager der Betätigung und am Getriebe getauscht.

Die Kotflügelspiegel sind eigentlich diese billigen Kunststoff-Replikate von eBay mit den großen Löchern im Fuß. Hier habe ich erst Styropor als Füllmasse eingeklebt und im Anschluss mit Spachtel verschliffen, sodass sie eher dem originalen Nissan Spiegel gleichen, dessen Preis ich nicht bereit war zu zahlen…

 

Weiter gings mit der hinteren Domstrebe:

Ein fähiges Mitglied aus unserer Datsun Community hat die entsprechenden Platten designed und auch das Fräsen in Auftrag gegeben. Da hier eh schon der Kontakt zur Fräserei bestand, habe ich dort direkt noch zwei Hülsen für die Verbindung zwischen Kugelkopf und Domstrebe selber fertigen lassen. Alles zusammen mit den entsprechenden Kugelköpfen kam letztens per Post hier an. Einmal probemontiert, musste ich die Fasen an der Platte noch etwas vergrößern, da ein paar Schweißnähte der Karosse im Weg waren. Anschließend nur noch die Stange auf Maß geschnitten und man konnte bereits alles montieren. Dabei kam die Diskussion auf – wie am Besten montieren? Domstrebe saugend/schmatzend einsetzen oder nach außen verspannen? Hülsen verschweißen etc.

Genau deshalb hab ich die Hülsen so gezeichnet, dass man die Domstrebe einsetzen kann, mit einem Maulschlüssel dreht und somit das restliche Spiel eliminiert. Somit brauchen die Hülsen nicht mit der Strebe verschweißt werden und man kann es leicht auf Spannung bringen. Später, wenn ich genau weiß, wo das KW Fahrwerk vom Sturz her steht, kommen oben noch mittig je ein Loch in die Domstrebenplatten, damit das Fahrwerk weiterhin verstellbar bleibt.

 

Beim Thema Grill gab es auch Fortschritte:

Durch die große Öffnung wegen des anderen Air dams, musste auch ein größerer Grill her. Skillard fertigt solche in Amerika, aber die Passform ist laut einiger User unserer Gruppe wohl auch eher semi und preislich, inklusive Versand und Steuern aus Amerika… naja, kurzum, ich wollte ihn selber bauen. Dazu fix ein paar CAD Modelle erstellt und die Rippen aus 5 mm Luftfahrtaluminium wasserstrahlschneiden lassen. Die Abstandshalter sind aus einem Aluminium-Vierkantprofil, das man in 2m Stangen super günstig auf eBay bekommt. Die Maße habe ich dem originalen Grill abgenommen und nur entsprechend nach unten verlängert. Also auch im Original war die Dicke 5 mm, allerdings durch ein abgekantetes Blech und auch die Abstände und Winkel sind identisch. Auf den Fotos ist alles nur lose zusammengesteckt. Jetzt geht es noch um die Befestigung. Erste Überlegung war einfaches anpunkten mittels Schweißgerät, allerdings hat sich das durch den Unterschied der Materialstärken von 5 und 1 mm als schwierig erwiesen. Der zweite Versuch orientiert sich auch wieder am Original, bei dem einfach lange Gewindestangen in den Abstandshaltern alles zusammenhalten. Bei Blech natürlich relativ unkompliziert ohne Gewinde schneiden möglich, bei 5 mm Materialstärke, heißt es jetzt wohl jede Menge Löcher bohren und Gewinde schneiden. Da die Abstandshalter aber in einem 15° Winkel nach vorn geneigt sind, musste eine Bohrhilfe her, die diesen Winkel vorgibt und man entsprechend die Rippen nur hineinlegt und von oben mit dem Bohrer genau in diesem Winkel bohrt. Dank eines Freundes, der auch schon andere Teile für den Z im 3D Drucker hergestellt hat, natürlich alles kein Problem.

 

Kleinigkeiten hier und dort, wie Gewindemuttern einziehen, noch mehr Abdichten, Spoiler montieren, Befestigungen für den Window-Louver der Heckscheibe bauen, Halter für die Stoßstange vorn und weitere Halter bauen, sind im Hintergrund passiert. Jetzt werde ich noch etwas Zeit in die Heckklappe investieren. Alte Dichtmasse entfernen, neu Abdichten etc.

UND DANN GEHTS ENDLICH MIT DEM DATSUN ZUM LACKIERER…hoffentlich 🙂

Bis zum nächsten Update – hoffe es dauert diesmal nicht so lange.

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